|
||||||||||||||||||||||||||||
|
Das Wildkaninchen - Oryctolagus
cuniculus Das Wildkaninchen gehört zur Familie der Hasenartigen, und ist die Urform
aller unserer Hauskaninchen. Wildkaninchen haben ein graues bis graubraunes Fell und eine weiße Bauchseite. Im Nackenbereich ist es braun bis rostrot gefärbt. Sie haben relativ kurze Ohren (6-8 cm) und werden gerade mal so zwischen 1,3-2,5 Kilo schwer. Die maximale Lebenserwartung der Kaninchen liegt bei 9 Jahren, allerdings überleben die meisten von ihnen den ersten Winter nicht. Viele von ihnen verhungern, fallen wildernden Katzen oder Hunden oder auch ihren natürlichen Feinden wie Fuchs, Greifvögel, Marder, Iltis oder Wiesel zum Opfer. Die ursprüngliche Heimat des Wildkaninchens war die Iberische Halbinsel
und Südfrankreich. Wildkaninchen leben gesellig in großen Kolonien zusammen, welche einer
strengen Rangordnung unterliegen. Sie bevorzugen Gebiete mit sandigen Böden
und lichtem Pflanzenbestand wo sie in selbst gegrabenen Erdhöhlen leben.
Ihre Bauten können bis zu 3 Meter tief und 45 Meter lang sein. Es sind
dämmerungsaktive Tiere, welche manchmal aber auch ein Sonnenbad am frühen
Morgen genießen. Bei Gefahr trommeln sie mit den Hinterläufen auf die Erde
um Alarm zu schlagen. Wildkaninchen sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich ausschließlich von Gräsern, Kräutern und Knospen. Im Winter verzehren sie auch Holzrinden und Zweige. Die Paarungszeit ist abhängig vom Verbreitungsgebiet der Wildkaninchen. Bei uns in Mitteleuropa liegt sie zwischen Februar und Juli. Pro Wurf bringt eine Häsin im Durchschnitt 4 bis 6 Junge zur Welt, bei einer Tragzeit von ca. 4 Wochen. Da eine Häsin bis zu 7 Würfe im Jahr austragen kann ist die Vermehrungsrate enorm. Die Jungtiere kommen nackt und blind in einer eigens für sie angelegten Setzröhre auf die Welt. Nach 10 Tagen können sie sehen und nach 3 Wochen verlassen sie erstmals den Bau. Die Häsin säugt ihre Jungen 4-5 Wochen. Durch die Ausbreitung der Wildkaninchen in Regionen wo sie normalerweise nicht heimisch waren und demzufolge keine natürlichen Feinde hatten wurden sie vielfach zur Plage. So z.B. in Australien wo sie ideale Lebensbedingungen vorfanden. So verursachten sie dort erhebliche Wildschäden und hatten auch bald das Weideland vollständig abgeäst. dadurch brachten sie zahlreiche heimische Tiere in Bedrängnis, weil sie deren Futtergrundlage entzogen. Durch die Jagd und die Ausbreitung künstlich erzeugter Krankheiten wurde
versucht der Bestand in Grenzen zu halten. In Australien wurden die
Kaninchen in den 50er Jahren gezielt mit dem Myxomatose-Virus bekämpft. Die
Tiere bekommen meist eine eitrige Augenentzündung welche mit der
Anschwellung aller Körperöffnungen einhergeht. Fast die ganze
Kaninchenpopulation ist dadurch qualvoll zu Grunde gegangen. Wildkaninchen sind bei uns ein beliebtes Jagdwild, und auch sonst tragen
wir Menschen dazu bei ihren Lebensraum sehr zu beeinträchtigen. Durch die
moderne Landwirtschaft und vielfältige Baumaßnahmen werden auch vielfach
ihre Erdhöhlen und Unterschlupfmöglichkeiten mit zerstört.
Foto: Grzimek Juniors Bunte Tierwelt | ||||||||||||||||||||||||||||
|
Der Europäische Feldhase -Lepus europaeus Der Feldhase gehört ebenfalls zur Familie der Hasen (Leporidae). Als Lebensraum bevorzugt der Feldhase halboffene Landschaften. Daher findet man ihn heutzutage meist auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ganz selten ist er in Wäldern anzutreffen. Es gibt ihn noch in Europa, Westasien und Nordafrika. Weiterhin wurde er in Nordamerika, Chile, Argentinien, Australien und Neuseeland eingebürgert. Der Feldhase hat einen langgestreckten Körper von etwa 60-75 cm. Er kann ein Gewicht zwischen 2,5-6,5 kg erreichen. Auffällig sind die sehr großen schwarzgeränderten Ohren ( Löffel ), welche 12-14 cm lang sein können. Feldhasen haben ein braungelbes bis rostrotes Fell. Lediglich die Bauch- und Blumenunterseite sind weiß. Sie können sehr gut sehen, riechen und haben ein ausgeprägtes Gehör. Hasen können bis zu 12 Jahre alt werden. Die Tiere sind Einzelgänger und haben je nach örtlicher Gegebenheit einen sehr unterschiedlichen Aktionsraum. Feldhasen sind sehr standorttreu und liegen meist in einer Mulde (Sasse). Davon werden mehrere an windgeschützten, sonnigen und mit versteckmöglichkeiten versehenen Plätzen angelegt. Durch diese Lebensweise sind sie auch auf ein möglichst mildes und niederschlagsarmes Klima angewiesen. Vor ihren Feinden flüchten sie erst im allerletzten Moment und können dabei Spitzengeschwindigkeiten von 50-70 km/h erreichen. Dabei macht der Hase weite Sprünge, schlägt die berühmten Haken und stellt sich auch mal auf die Hinterbeine. Feldhasen sind normalerweise nachtaktiv, bei höherer Populationsdichte kann man sie auch schon mal am Tage sehen. Hasen sind reine Pflanzenfresser und
nehmen Gräser, Kräuter, Getreide, Klee, aber auch Rüben, Kartoffeln oder
Kohl zu sich. Im Herbst fressen sie mehr Sämereien und im Frühjahr auch Holz
und diverse Baumrinden.
|
||||||||||||||||||||||||||||